Blutausstrich bei Bleiintoxikation, Übersicht (Objektiv 40x). Anisozytose, Poikilozytose und Polychromasie sind sichtbar, punktierte Erythrozyten liegen in diesem Blickfeld nicht vor.
Autor/en: F.-G. Hagmann
Institution/en: Westpfalz-Klinikum, Kaiserslautern
Serie zuletzt geändert am: 18.11.2009
Die Bleianämie ist eine toxisch bedingte hämolytische Anämie mit einer Störung der Hämsynthese, normochrom bis hypochrom, mit sideroblastischer Störung. Bei gezieltem Suchen findet man vereinzelt relativ grob basophil getüpfelte Erythrozyten, selten Jolly-Körper oder andere Inklusionen.
Im vorliegenden Fall konnte bei Abklärung einer Anämie diese schließlich auf eine chronische
Bleiintoxikation zurückgeführt werden. Der Bleispiegel im Blut betrug im vorliegenden Fall 107 µg/dl. Dieser Wert lag nach damaligen Referenzwerten eindeutig im pathologischen Bereich. Die heute gültigen Referenzwerte sowie die pathologischen Werte mit Bezug zum klinischen Bild und der therapeutischen Konsequenz werden in der neueren anliegenden Literatur diskutiert.
Es gibt keine Korrelation der Spiegel zu einem "klassischen" Erythrozytenbefund. Die Differenzialdiagnose muss bei unklaren hämolytischen Anämien erwogen werden, da sonstige klinische Zeichen gering sein können. Auch die Anamnese kann leer sein (Vorkommen von Blei in Rohren alter Wasserleitungen, in Rostschutzfarben etc.).
Blutausstrich bei Bleiintoxikation, Übersicht (Objektiv 40x). Anisozytose, Poikilozytose und Polychromasie sind sichtbar, punktierte Erythrozyten liegen in diesem Blickfeld nicht vor.
Grobe fokal angeordnete Punktierung in einem polychromatischem Erythrozyten, untypisch (gleiches Präparat und Objektiv).
Kleine Erythrozyten mit atypischer feiner "rötlicher" kaum erkennbarer Punktierung (gleiches Präparat und Objektiv).
Atypische zentral lokalisierte Punktierung in einer Tränentopfenzelle (gleiches Präparat und Objektiv).
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