
Erreger: Affenplasmodium, Plasmodium (Plasmodium) knowlesi; Gattung Plasmodium (Protozoa, Apicomplexa), Klasse Aconoidasida, Ordnung Haemosporida, Familie Plasmodiidae.
Reservoirtiere: Javaaffe (Macaca fascicularis), südlicher Schweinsaffe (M. nemestrina), brauner Sumatralangur (Presbytis melalophus)
Vorkommen: Alte Welt, Südost-Asien. Bisher von Patienten beschrieben aus: Myanmar, Thailand (Prachuap Khiri Khan), Malaysia (Pahang, Jahore), Malayisch Borneo (Sarawak, Sabah), China (Mojiang, Yünnan), Philippinen (Palawan), Singapur, Zentral Vietnam - (Karte Abb. 1). Importierte Fälle sind beschrieben aus Finnland, USA und Schweden.
Über 500 Fälle sind bezüglich der Übertragung von P. knowlesi auf den Menschen beschrieben.
Überträger: Gruppe Anopheles leucoshyrus
Infektion: Inokulativ durch die Weibchen der A. leucoshyrus-Gruppe.
Entwicklung: Die Sporozoiten gelangen in die Blutbahn, befallen die Leber, wo die exoerythrozytäre Schizogonie erfolgt. Die freiwerdenden Merozoiten dringen in die roten Blutkörperchen ein, wobei die Duffy-Blutgruppe für die Invasion entscheidend ist. Der Entwicklungszyklus von P. knowlesi gleicht im Wesentlichen dem anderer Plasmodien. Parasitenzahl im Blut liegt meist zwischen einigen Hundert bis mehreren zehntausend pro 1µl Blut, kann aber auch über 100.000/1µl Blut liegen.
Klinische Merkmale: Die Infektion mit diesem Plasamodium kann für den Menschen tödlich sein. Die klinischen Erscheinungsformen beinhalten Kopfschmerzen, Fieber, kalten Schweiß, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen - also zunächst unspezifisch wie auch bei den anderen Formen einer Malaria. Fieberschübe treten typischerweise jeden Tag auf, oft begleitet von Tachypnoe und Tachykardie. Laborchemisch finden sich ähnliche Befunde wie bei der Malaria tropica. Ob befallene Erythrozyten mit P. knowlesi sich ebenfalls an die Endothelien der kleinen Gefäße anlagern, ist nicht bekannt. Organkomplikationen können auftreten, zumeist eine zerebrale Malaria oder ein akutes Nierenversagen. Patienten mit der Diagnose einer schweren, komplizierten Malaria (WHO-Kriterien) müssen intensivmedizinisch betreut und überwacht werden.
Diagnostik: Es ist nicht möglich, im Blutausstrich und Dicken Tropfen eine zweifelsfreie Differenzialdiagnose von P. falciparum, P. malariae und P. knowlesi im Lichtmikroskop durchzuführen (Abb. 2-14). Blutausstriche von Patienten mit P. falciparum oder P. malariae entwickeln Rinformen, die denen von P. knowlesi zum Verwechseln ähnlich sind. Mehrfachbefall ist auch bei P. knowlesi typisch und auch Doppelkernigkeit der Ringformen. Im späteren Stadium treten Bänderformen - wie bei P. malariae - auf. Die Erythrozyten sind nicht vergrößert, sie können aber eine schwache Tüpfelung zeigen. Hypnozoiten treten nicht auf, somit keine Rezidive. Mikro- und Makrogametozyten ähneln denen von P. malariae. Mittel der Wahl für die Diagnostik sind molekular-diagnostische Methoden, die auf einer Erregerart-spezifischen DNS-Amplifikation beruhen.
Behandlung: In unkomplizierten Fällen kann mit Chloroquin behandelt werden, komplizierte Formen sollten wie bei der Malaria tropica mit Chinin therapiert werden.
Fazit für Klinik / Praxis: Die Malaria tertiana und die Malaria quartana sind im Gegensatz zur Malaria tropica normalerweise leicht verlaufende Erkrankungen. Bei einem Patienten aus Südostasien mit der lichtmikroskopisch gestellten Diagnose M. tertiana / M. quartana muss auch an eine P.-knowlesi-Infektion gedacht werden, die tödlich verlaufen kann. Bitte tropenmedizinische Einrichtungen kontaktieren.
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