Trypanosoma brucei

Autor/en: J. Schottelius
Letzte Änderung dieser Seite: 31.05.2010

Erreger: Trypanosoma brucei gambiense  (Protozoa, Kinetoplastida) ist der Erreger der westafrikanischen Schlafkrankheit  (herdartiges Vorkommen in West- und Zentralafrika), während Trypanosoma brucei rhodesiense der Erreger der ostafrikanischen Schlafkrankheit (herdartiges Vorkommen in Ost- und Südafrika) ist. Diese beiden Erreger der menschlichen Schlafkrankheit, die auch tierpathogen sind (Nagana), sind eingebettet in die afrikanische Trypanosomiasis, die weitere tierpatogene Trypanosomenarten umfasst.

Morphologie: T.b. gambiense und T.b. rhodesiense sind morphologisch nicht zu unterscheiden. Nähere Angaben siehe Legende der Abb. 1.

Infektion: Erfolgt inokulativ durch den Stich von Glossinen (Tsetsefliegen). Eine mechanische Übertragung wird nicht ausgeschlossen.

Klinische Symptome: Nach dem Stich eine lokale Reaktion als Trypanosomenschanker, hämolymphatisches Stadium mit Schwellung der Nackendrüsen (Winterbottom-Zeichen), meningoenzephalaitisches Stadium, Befall des Liquors. Antigenvariation der Erreger mit Rezidivbildungen. Unbehandelt ist die Infektion tödlich. Rhodesiense-Schlafkrankheit verläuft akuter und kann nur wenige Wochen dauern, während die Gambiense-Schlafkrankheit chronisch verläuft und Jahre andauern kann.

Diagnostik: Nativpräparat zum Nachweis beweglicher Flagellaten; Blutausstrich, Dicker Tropfen plus Giemsa-Färbung; Punktion der Nackendrüsen, Liquorpunktion, Kikro-Hämatokrit-Zentrifugation mit Erregernachweis im "Buffy Coat"; Mini-Anion-Austauscher-Methode (DEAE-52-Nitrozellulose, PSG-Puffer); Knochenmarkspunktion; PCR.

Therapie: Sie sollte grundsätzlich stationär in Facheinrichtungen erfolgen.

 

Literaturreferenzen: