Pneumocystis (carinii) jiroveci

Autor/en: J. Schottelius
Letzte Änderung dieser Seite: 25.05.2010

Erreger: Die Gattung Pneumocystis ist den Pilzen (Ascomycetes, Pneumocystidomycetes) zugeordnet worden; Erreger der Pneumocystis-Pneumonie (früher "Pneumocystis-carinii-Pneumonie", PCP) ist Pneumocystis jiroveci (früher "Pneumocystis carinii" für sp. hominis, Abb. 2).

Vorkommen: Weltweit, Risikogruppen sind Patienten mit Immuninkompetenz, Kleinkinder und Kinder mit Mangelerscheinungen. Der Erreger gilt als Opportunist [Dionisio D 2003].

Reservoire: P. jiroveci ist offenbar ausschließlich humanpathogen. Die bei Ratten, Mäusen, Meerschweinchen, Pferd, Schwein, Kaninchen gefundenen P. carinii sind offenbar auch artspezifisch.

Infektion: Aerogene Übertragung der Zysten, die in Luft und Wasser nachgewiesen wurden. Zielorgan ist die Lunge. Bei Patienten mit Immunsuppression wurde der Erreger u.a. in Lymphknoten, Milz, Leber, Knochenmark, Nieren, Herz, Gehirn gefunden.

Klinische Merkmale: Bei gesunden symptomlos; im Krankheitsfall sind Typ-1-Alveolarzellen betroffen. Bei der PCP sind tiefere Atemwege beteilgt; interstitielle Pneumonie bei Frühgeborenen, atypische Pneumonie bei Immuninkompetenz. Husten, Fieber, Atemnot. Zerstörung der Alveolen und Bronchiolen führt zum Tode.

Diagnostik: Gewinnung des Untersuchungsmaterials durch bronchoalveolare Lavage, induziertes Sputum. Färbung nach Giemsa, Grocott, May-Grünwald; monoklonale Antikörper; PCR.

Therapie: siehe u.a. Empfehlungen der Arbeitsgruppe zu Infektionen bei immunsupprimierten Kindern [Groll AH 2005].

Literaturreferenzen: