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Naphthol-AS-D-Chloracetatesterase-Färbung

Mittels der Naphthol-AS-D-Chloracetatesterase-Färbung (CE) können neutrophile Granulozyten kenntlich gemacht werden. Ab dem Stadium des Promyelozyten reagieren sie positiv. Die stärkste Anfärbung besteht im Promyelozyten-Myelozyten-Stadium, bei den Stab- und Segmentkernigen fällt die Reaktion schwächer aus. Monozyten können schwach positiv reagieren (Abb. 6-8). Die Neutrophilen zeigen eine kräftige leuchtend rote Anfärbung im Zytoplasma (Abb. 1-3 u.w.). Auer-Stäbe bei der AML können sich anfärben, z.B. bei AML mit 8;21-Translokation und bei akuter Promyelozytenleukämie. Myeloblasten, Lymphozyten (Abb. 2, 5, 7 und 8), Eosinophile und Basophile sind CE-negativ, Gewebsmastzellen zeigen eine starke Reaktion. Bei der akuten myelomonozytären Leukämie mit abnormen Eosinophilen (AML M4 Eo) sind die Eosinophilen im Gegensatz zu normalen Eosinophilen positiv (siehe dort).

Bei der Ansicht dieses Präparates ist zu berücksichtigen, dass es sich um ein mit der Zytozentrifuge hergestelltes Leukozytenkonzentrat handelt. Dadurch kann die zytochemische Anfärbbarkeit einzelner Zellen beeinträchtigt sein, ohne dass sich das eindeutig als pathologisch interpretieren lässt. Außerdem ergeben sich auch morphologische Veränderungen: Zellverformung, vermehrt Zell-Läsionen, Zunahme der Segmentierung u.w. Auch lässt lange Lagerung solcher Präparate wie auch die Benutzung bestimmter Einschlussmittel die Färbung abnehmen oder verlorengehen. Die CE-Färbung lässt sich auch am histologischen Schnitt durchführen.

Es folgt ein Fall mit ausgeprägter reaktiver Eosinophilie bei Lymphom in CE-Färbung. Man sieht, dass zahlreiche Granulozyten keine Anfärbung zeigen, während sich die Neutrophilen leuchtend rot darstellen (Abb. 9). Einzelne Eosinophile weisen Farbgranula auf, diese finden sich allerdings versprengt im Präparat (Herstellung mit der Zytozentrifuge). An der Segmentierung kann man die Eosinophilen hier zumeist nicht erkennen, eine nicht gefärbte granuläre oder feinwabige Grundstruktur des Zytoplasma ist bei manchen erkennbar. Dazu ist allerdings ein Objektiv (Ölimmersion) mit hoher Auflösung erforderlich.




Normales Blutbild, Leukozytenkonzentrat - Übersicht A



Abb. 1: Übersicht eines Leukozytenkonzentrates (Präparation mit der Zytozentrifuge), Chloracetatesterase-Färbung (CE) (Objektiv 40x). Die neutrophilen Granulozyten stellen sich mehr oder minder rötlich angefärbt dar. Außerdem sieht man schemenhaft nicht oder schwach angefärbte Leukozyten. Im Hintergrund die dichtliegenden nicht angefärbten kleinen Zellen sind Thrombozyten.




Gleiches Präparat - Übersicht B



Abb. 2: Man sieht einzelne negative Lymphozyten. Einige schwach angefärbte Zellen mit segmentierten Kernen lassen sich nicht sicher zuordnen. Die Segmentierung ist ein Effekt der Bearbeitung mit der Zytozentrifuge (gleiches Objektiv).




Neutrophile Granulozyten



Abb. 3: Bei stärkerer Vergrößerung (Objektiv 100x Öl) erkennt man, dass die neutrophilen Granulozyten eine granuläre, fleckige und in manchen Zytoplasmaarealen auch diffuse Anfärbung zeigen, wobei einige Zellen eine zentrale Betonung erkennen lassen.




Negative Zelle - nicht differenzierbar



Abb. 4: Links unten eine negative größere Zelle, die sich nicht einordnen lässt (gleiches Präparat und Objektiv).




Lymphozyten



Abb. 5: Bei der zum rechten Bildrand hin gelegenen kleineren negativen Zelle handelt es sich um einen Lymphozyten (gleiches Präparat und Objektiv).




Monozyt



Abb. 6: Schwach angefärbter verformter Monozyt am linken Bildrand (gleiches Präparat und Objektiv). Daneben eine nicht einzuordnende lädierte negative Zelle.




Monozyt und Lymphozyten



Abb. 7: In Bildmitte ein schwach granulär angefärbter Monozyt. Zwei negative Lymphozyten; der rechte zeigt eine radiale Kernsegmentation nach Zytozentrifugenbearbeitung (gleiches Präparat und Objektiv).




Lymphozyt und Monozyt



Abb. 8: Am oberen Bildrand ein Monozyt mit schwacher granulärer Reaktion. Daneben ein Lymphozyt mit artefizieller Segmentation (gleiches Präparat und Objektiv).




Positive Granulozyten und negative Eosinophile



Abb. 9: Neben positiven Granulozyten finden sich bei Eosinophilie zahlreiche negative (Leukozytenkonzentrat, Objektiv 40x).




Eosinophile Granulozyten



Abb. 10: Bei stärkerer Vergrößerung (S-Plan 100x Öl) lassen die negativen Granulozyten eine feinwabige Zytoplasmastruktur eben erkennen, die sie als Eosinophile auch morphologisch ausweist. Zwei Zellen zeigen die bei Eosinophilen häufige Zweiersegmentierung, die übrigen sind höher segmentiert, was auf die Herstellung (Zytozentrifuge) zurückzuführen ist. Man findet einzelne Farbgranula auch außerhalb der Zellen, aber auch in den Eosinophilen. Hierbei handelt es sich um einen Artefakt, wobei auch eine Präzipitation durch Überfärbung eine Rolle spielt. Derartige Granula sind auch in den Neutrophilen zu finden




Negative Zellen (Eosinophile und Lymphozyten)



Abb. 11: Eine Gruppe von negativen Zellen, bestehend aus Eosinophilen und Lymphozyten (gleiches Präparat und Objektiv).




Granulozyten, Lymphozyten, Monozyt



Abb. 12: Kräftig positive Neutrophile, negative Eosinophile mit Zweiersegmentierung und einzelnen artifiziellen Farbgranula sowie negative Lymphozyten. Zum oberen Bildrand hin und am Unterrand zwei Monozyten mit "Spuren" von CE (gleiches Präparat und Objektiv).




Neutrophiler und eosinophiler Granulozyt



Abb. 13: Neutrophiler und eosinophiler Granulozyt (gleiches Präparat und Objektiv).




Positive und negative Granulozyten, negative Lymphozyten, Monozyt



Abb. 14: Positive und negative Granulozyten. Negative Lymphozyten, ein schwach positiver Monozyt (gleiches Präparat und Objektiv).




Literaturreferenzen:
  • Leder LD. Akute myelo-monozytäre Leukämie mit atypischen Naphthol-AS-D-Chloracetat-Esterase-positiven Eosinophilen. Acta haemat
    [Medline]
  • Löffler H, Rastetter J. Atlas der klinischen Hämatologie, 5. Auflage. Springer, Berlin, 1999.
    [DNB]
  • Hayhoe FGJ, Quaglino D. Haematological Cytochemistry, Second Edition. Churchill Livingstone, Edinburgh, 1988.
  • Gomori G. Chloroacyl esters as histochemical substrates. Journal of Histochemistry and Cytochemistry 1953;1:469-470. PMID:13118129
    [Medline]

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